Interview mit Hans Haas – Nie ausgelernt worldsoffood.de; Hans Haas beim Sterne-Cup der Köche
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Interview mit Hans Haas – Nie ausgelernt

Zwei-Sterne-Koch Hans Haas ist Küchenchef im legendären Tantris in München. Nebenbei betreibt er dort auch eine Kochschule, in der er sein Wissen an Hobbyköche weitergibt. Im worlds of food-Interview beschreibt er, was man dort lernt und bescheinigt den Deutschen großes Interesse am Kochen – obwohl auch noch viel gelernt werden muss.

worlds of food: Herr Haas, neben Ihrer Tätigkeit im Münchener Restaurant Tantris leiten Sie eine Kochschule in München. Was lernt man dort, die gehobene Küche oder auch ganz einfache Dinge?
Hans Haas: Ganz normale Küche, für Hausfrauen und Hobbyköche. Alle, die gerne kochen, sind herzlich willkommen.

worlds of food: Stehen die Kurse dabei jeweils unter einem bestimmten Motto?
Hans Haas: Verschiedene Mottos haben wir nicht. Wir bereiten immer ein fünfgängiges Menü zu, von der Vorspeise bis zum Dessert. Da bekommen unsere Gäste am meisten mit, lernen in jeder Hinsicht etwas. Die Kurse sind natürlich von der Jahreszeit geprägt, das ist klar.

worlds of food: Wie viel Nachhilfe in Sachen Kochen hat Deutschland denn insgesamt noch nötig?
Hans Haas: Sagen wir mal so, das Interesse der Leute am Kochen ist da. Es ist erstaunlich, welche Nachfrage wir haben, wir sind fast immer ausgebucht. Aber prinzipiell kann Deutschland noch eine Menge lernen, in Sachen kochen.

worlds of food: Helfen dabei Kochsendungen im Fernsehen?
haas reifHans Haas und Gattin, mit Marcel Reif beim Sterne-Cup der Köche in IschglHans Haas: Kochsendungen haben vor allem etwas für das Berufsbild des Kochs getan, also können sie schon hilfreich sein. Aber ich glaube nicht, dass deshalb erheblich mehr Menschen damit beginnen, zu kochen.

worlds of food: Gibt es eine Richtung, beispielsweise italienisch oder asiatisch, an der man sich grundsätzlich orientieren sollte?
Hans Haas: Ich finde es grundlegend am wichtigsten, dass man ein gutes Produkt verwendet. Das zu finden, wird ja immer schwieriger. Wenn man den Geschmack dieses Produktes dann in den Vordergrund stellt und nicht zu sehr entfremdet, dann ist man auf einem guten Weg. Ganz generell geht der Trend ja auch in genau diese Richtung, wieder hin zu mehr Natürlichkeit.

worlds of food: Sie haben bei Eckart Witzigmann gelernt, aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Im Buddhismus bedeutet der Name Tantris zudem: Suche nach Vollkommenheit. Was müssen Sie denn noch lernen?
Hans Haas: Ich lerne jeden Tag etwas, unentwegt. Ich lerne von meinen Köchen, aus Gesprächen mit anderen Köchen und auch mit den Gästen. Das Wichtigste ist, dass man nie aufhört, lernen zu wollen.

worlds of food: Vielen Dank, Herr Haas

Mehr Infos unter tantris.de und hans-haas.de

Die Kochlegende - Hans Haas


Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team