Jumbo Schreiner – Ein XXL-Interview (1) picture alliance

Jumbo Schreiner – Ein XXL-Interview (1)

Er ist der Pfundskerl unter den Moderatoren und kämpft sich für Pro7 und Kabel 1 durch jede Mahlzeit, sei sie auch noch so groß. Passend dazu ist unser Interview mit Thomas „Jumbo“ Schreiner so lang geworden, dass wir es in zwei Portionen aufteilen mussten. Im ersten Teil erzählt Jumbo von seinem Weg ins Fernsehen, seinen anderen großen Leidenschaften neben dem Essen, und reflektiert das Leben eines Promis ohne Nachnamen.

worlds of food: Jumbo, wir haben ja auf unserer Seite über den Sandwich-Rekord berichtet. Wie kam es denn dazu?

Jumbo: Ich war vor ein paar Jahren fast an einem Sandwich-Rekord in Österreich beteiligt, konnte aber dann doch nicht vor Ort sein. Die Kollegen aus Gießen haben sich dann entschlossen, den Rekord der österreichischen Filiale in Angriff zu nehmen. Also haben sie mich bei Galileo kontaktiert – und so lief das dann zusammen.

worlds of food: Sie sind ja in Sachen Essen sehr viel unterwegs. Haben Sie auch schon andere Rekorde aufgestellt?
Jumbo: Aktuell halte ich zwei Guinness-Rekorde. Zum einen natürlich den absoluten Klassiker, das größte Schnitzel. Der Rekord wurde in der Nähe von Frankfurt aufgestellt. Zum anderen das „größte Bild aus Toastbrot“. Es war ungefähr 200 Quadratmeter groß, so groß wie ein halber Tennisplatz.

worlds of food: Auf Ihrer Homepage ist zu lesen, dass Sie eine Ausbildung zum Versorgungstechniker gemacht haben. Wie kommt man da zum Fernsehen?
Jumbo: Wahrscheinlich kennt es jeder, wenn die Eltern irgendwann sagen: „Jetzt leg mal die Gitarre weg, damit wirst du nie Geld verdienen. Lern etwas Ordentliches!“ Vor meiner Ausbildung war ich stark in der Musik involviert und in verschiedenen Bands aktiv. Ich habe dann auf den elterlichen Ratschlag gehört, aber irgendwann doch gemerkt, dass mein Herz eher an der leichten Muse hängt. Schon während der Ausbildung habe ich beim Radio gearbeitet, viel geschrieben und viel Musik gemacht. Nach dem Abschluss habe ich dann zu mir gesagt: OK, du hast es durchgezogen, es ist aber nicht „dein paar Schuhe“, wie der Amerikaner sagt. Also habe ich mich weiter der Unterhaltung gewidmet.

worlds of food: Und diese Leidenschaft für Essen in allen Formen und Farben war schon immer vorhanden?

Jumbo: Schon immer! Das schlummerte immer schon in mir. Andere Länder, andere Sitten – davon war ich schon als kleines Kind begeistert. Das fand ich sehr interessant und horizonterweiternd. Es hat mich schon immer interessiert, wie z.B. andere Kulturen essen.

worlds of food:  Womit kann man einen Jumbo Schreiner sonst noch begeistern?
Jumbo: Mit schnellen Autos. Das ist natürlich ein komplettes Männer-Klischee, aber ich mag Autos jeder Art und habe selbst knappe acht Jahre lang auf Sport1 und davor im DSF eine Autosendung moderiert. Autos sind mein zweites Steckenpferd, da kann ich extreme Leidenschaft entwickeln. Insbesondere schnelle und amerikanische Autos finde ich äußerst reizvoll. Die alten Ami-Schlitten, Dodge Challenger oder Ford Mustang – da leuchten meine Augen wie bei einem Kind am Weihnachtsmorgen.

worlds of food: Was ist das schnellste Auto, in dem Sie bisher gefahren sind?
Jumbo: Ein Bugatti Veyron.

worlds of food:  Sie haben ja auch schon in Comedyserien und - filmen mitgespielt, und sogar auch im Tatort. Waren das einmalige Ausflüge, oder wird es das in Zukunft immer wieder geben?
Jumbo: Ich habe bei sehr vielen Bullyparade-Folgen mitgedreht. Beim Tatort waren es sogar zwei Filme, aber davon war ein Auftritt so kurz, dass ich ihn gar nicht erwähnt habe. Ich würde gerne mehr machen, aber bei einem Vollzeitjob bei Pro7 ist natürlich wenig Luft. Kinofilme würde ich sofort machen, bei Anfragen stehe ich „Gewehr bei Fuß“. Bei Galileo muss ich mir den Text immer selbst überlegen, da finde ich es ganz erquickend, wen man zu mir sagt: „Hier ist dein Text!“ und ich mich nur darum kümmern muss, ihn authentisch in die Kamera zu bringen.

worlds of food: Gibt es Projekte in naher Zukunft?
Jumbo: Ich habe mich vor kurzem mit Ralf Möller über eine Rolle in seinem neuen Film unterhalten. Mal sehen, ob das klappt. Aber das ist alles noch nicht in trockenen Tüchern.

worlds of food: Vermutlich werden sie oft erkannt. Welches Verhältnis haben Sie zu ihren Fans?
Jumbo: Ich finde es ganz wichtig, dass man den Menschen, die einem zuschauen, im richtigen Leben dann nicht ganz anders begegnet. Ich versuche, genauso zu sein wie der Mensch, dem sie da im Fernsehen begegnen, und ich glaube, das gelingt auch.  Für die Leute bin ich ein Kumpeltyp, jemand, den man anfassen kann. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass, wenn man so ein Kumpeltyp ist, dich auch jeder als Kumpel haben möchte. Und mit einem Kumpel geht man auch anders um als mit einem Michel Friedman oder jemanden in der Art. Das ist der Fluch des „Keinen-Nachnamen-habens“. Davon kann Elton auch ein Lied singen.
 
Wenn du im Fernsehen „der Elton“ oder „der Jumbo“ oder „der Wer-auch-Immer“ bist, dann ist die respektvolle Distanz schon zumindest zu einem Teil eingerissen. Zu Kai Pflaume sagt keiner „Ach, der Kai!“, sondern sie sagen „Entschuldigung Herr Pflaume,...“ Aber wenn man als  - nicht „Kunstfigur, denn das bin ich nicht“ – Figur im öffentlichen Leben nur einen Vornamen hat, dann ist das anders. Obwohl ich ja einen Nachnamen habe. Aber die Leute registrieren das natürlich nur selten. Da ist natürlich die erste Hemmung geringer, dir in der U-Bahn oder in der Öffentlichkeit von hinten mal auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: „Mensch Alter, dass du hier bist..!“  Da ist mir schon das eine oder andere Mal der Kaffee aus der Hand geflogen.

Aber ganz ehrlich: Wenn die Leute mal nicht mehr klopfen, dann wird’s ernst. Es stört mich auch nicht, aber man muss mit dieser Situation auch umzugehen wissen.

Im zweiten Teil des Interviews geht es morgen um Fanclubs, Vorurteile gegenüber seinen Show, und sein Verhältnis zu Fernsehköchen. Außerdem verrät er uns, was das Beste war, das er jemals in seinen Sendungen gegessen hat.
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team