Trüffelhunde – so läuft die Ausbildung Privat -- Klaus-Wilhelm Gérard und seine Trüffelhunde
Trüffel-Experte Klaus-Wilhelm-Gérard im Interview

Trüffelhunde – so läuft die Ausbildung

Klaus-Wilhelm-Gérard ist Trüffelsucher aus Leidenschaft. Ausgewandert in die italienische Region Le Marche, die neben hervorragenden Trüffeln auch für den hier heimischen Verdicchio und weitere kulinarische sowie kulturelle Highlights bekannt ist, bildet er seine Trüffelhunde inzwischen selbst aus. worlds of food erklärt er, wie die Ausbildung abläuft und warum die Hunde großen Spaß daran haben.

worlds of food: Herr Gérard, Sie haben zwei Trüffelhunde mit denen Sie regelmäßig auf die Suche nach dem edlen Pilz gehen. Wie wird ein Hund zum Trüffelhund?

Klaus-Wilhelm-Gérard: Prinzipiell muss der Hund mitbekommen, dass er eine Belohnung bekommt, wenn er eine Trüffel findet und dann Laut gibt oder an der Stelle kratzt oder scharrt. Hat er dieses Grundmuster verstanden, ist es leicht, es zu verfeinern. Der Hund weiß dann recht bald, ob er scharren darf an dieser Stelle oder eben nicht, weil die Trüffel sehr nah unter der Oberfläche ist. Ist der Boden weich, kann ein Trüffelhund den Pilz vorsichtig ausscharren, er apportiert ihn mir dann mit aller Vorsicht mit dem Maul und legt sie mir in die Hand.

worlds of food: Ich nehme an, es bedarf bestimmter Hunde. Welcher Rasse gehören die Hunde an?

Klaus-Wilhelm-Gérard: Lagotto romagnolo, eine Rasse, die seit über 500 Jahren vornehmlich in der Gegend um Ravenna zum Apportieren bei der Entenjagd gezüchtet werden. Das heißt, dass es sich um eine sehr angenehme, verspielte Rasse handelt, eine, die keinerlei Jagdtrieb hat und sich eher über den Besuch freut, wenn Einbrecher ins Haus kommen, als diese in die Flucht zu schlagen.

worlds of food: Macht den Hunden diese Aufgabe Spaß?

Klaus-Wilhelm-Gérard: Meine beiden Hunde Otto und Leo haben große Freude daran, Trüffel zu suchen und vor allem zu finden. Haben sie „Beute“ gemacht, kommen sie mit flatternden Ohren angelaufen, tollen umher. Kein Wunder, werden sie doch mit Streicheln und nicht zuletzt auch einem Hundekuchen belohnt.

trueffelhund

worlds of food: Wann beginnt für die Hunde die Ausbildung?

Klaus-Wilhelm-Gérard: Meine Hunde sind nun neun und vier Jahre alt, Leo ist der Sohn von Otto. Leo und seine Schwester, die einem Freund gehört, haben wir bereits mit zwei, drei Wochen begonnen, spielerisch an die Sache heranzuführen. Einfach, in dem wir ihre Mutter bereits leicht mit Trüffel eingerieben. Heißt, wenn die beiden gesäugt haben, haben sie bereits den Trüffelgeruch mit positiven Erinnerungen verknüpft. Mit drei bis vier Monaten haben wir Trüffel in kleine Behälter gegeben, diese weggeworfen, damit sie sie apportieren, sie versteckt und so mit den Hunden gespielt. Als sie ein halbes Jahr alt waren, konnten wir mit ihnen bereits auf Trüffelsuche gehen, zumindest auf die Bianchetti, die weißen Frühlingstrüffel, die nicht tief unter der Erde sind.

worlds of food: Was ist abschließend der Vorteil eines Hundes zum vielzitierten Trüffelschwein?

Klaus-Wilhelm-Gérard: Trüffelschweine einzusetzen ist seit 1982 verboten. Sie pflügen den Boden regelrecht um und zerstören dabei die Pilzfasern, die sich durch den Boden ziehen. Dadurch können sich die Trüffel nicht mehr reproduzieren. Zudem wollen die Säue die Trüffel selbst fressen, da der Geruch an ein Sexuallockstoff des Ebers erinnert.

Lesen Sie hier den ersten Teil des Interviews: Alles über Trüffel

Hier: Mehr über Klaus-Wilhelm-Gérard
Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team
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