Japanisch essen - Das steckt hinter dem Izakaya Trend thinkstockphotos.com
Die rote Laterne: Was ist Izakaya

Japanisch essen - Das steckt hinter dem Izakaya Trend

Izakaya ist weltweit auf dem Vormarsch. Zahlreiche Restaurants in großen Metropolen greifen diese japanische Tradition auf. Wir erklären das Konzept hinter diesen japanischen Tapas-Bars.

Izakaya ist eine traditionelle japanische Kneipe, die auch Speisen anbietet. In Japan die populärste unter allen Gastronomiebetrieben. Im Mittelpunkt steht dabei oft die Theke, an der man die kleinen Gerichte einnehmen kann. Der Name Izakaya leitet sich dagegeb aus den Wörtern "I" für Sitzen und "Sakaya" für Sake-Laden, ab. Ein Geschäft also, in dem man den beliebten japanischen Reiswein Sake im Sitzen genießen kann. Heute sind die Izakaya Kneipen und Gastronomiebetriebe international sehr beliebt und vor allem in modernen Varianten weltweit verbreitet.

izakayaWas ist Izakaya - Die ursprüngliche Tradition

Izakayas haben in Japan eine lange Tradition, die nahezu so alt wie der Sake selbst ist. Im Original ist ein Izakaya ein eher kleines Etablissement, das oft nur die Größe eines Wohnzimmers einnimmt und von nur einem Koch geführt wird, der seine Speisen überwiegend an der Theke serviert. Ihr Erkennungsmerkmal ist ein kleiner roter leuchtender Lampion aus Papier mit dem Wort Izakaya, das in Schwarz in der japanischen Zeichenschrift geschrieben ist. Die traditionellen Izakayas werden auch oft im Alltag "Akachochin" genannt, das japanische Wort für diese rote Laterne, die diese Sake-Läden traditionell markiert.

So schlicht und einfach diese kleinen, ursprünglichen und charmanten Bars auch erscheinen mögen, die Inhaber in Japan legen im Allgemeinen großen Wert auf Ordnung, Sauberkeit und Gepflegtheit. So wird zum Beispiel erwartet, dass sich die Kneipengäste die Schuhe ausziehen und sie in dafür vorgesehene Vorrichtungen legen, für die Zeit, in der sie in der Izakaya verweilen. Die Sitzgelegenheiten findet man an der Theke oder bestehen aus japanischen Sitzkissen oder den Reisstrohmatten Tatami, die um niedrige Tische gelegt sind und dem traditionellen japanischen Stil entsprechen.

Da Japaner stets eine Kleinigkeit (Tsumami) essen, wenn sie Alkohol genießen, werden in einer Izakaya auch Speisen angeboten. Auch hier wird erwartet, dass wenigstens eine kleine Speise, die man auch als japanische Tapas bezeichnen könnte, bestellt und nicht nur Alkohol getrunken wird. Die Auswahl an Gerichten und Tsumamis ist oft reichlich. Darunter häufig diese Speisen:

* Edamame (gekochte und gesalzene Bohnenhülsen),
* Goma-ae (Blattspinat mit Miso-Paste oder Erdnusssoße und Sesam)
* Karaage (in Öl gebratenes und mit Mehl paniertes Huhn oder Fisch)
* Kushiyaki/Yakitori (Grillspieße mit Fleisch, Fisch oder Gemüse)
* Tofu, wie z. B. gebratener und in Brühe gekochter Agedashi Tofu oder gekühlter Hiyayakko Tofu
* Sashimi (japanische Delikatesse aus dünnen Scheiben von rohem Fisch)
* Yakisoba (japanische Nudeln)
* Ramen (Japanische Nudelsuppe)
* Tsukemono (in Essig eingelegtes Gemüse wie Gurken)
* Salate
* Sushigerichte

Die ursprünglichen kleinen Izakaya Kneipen waren vor allem bis in die 1970er Jahre weit verbreitet. Sie sind insbesondere in den Ortschaften und den Stadtvierteln des arbeitenden Volkes zu finden, da sich in diesen Wirtschaften vorwiegend Männer nach der Arbeit trafen und ihr Sake oder Bier tranken. Internationale Bekanntheit erlangten die Izakaya spätestens, als im Jahre 1962 ein Izakaya in Tokios Innenstadt für Schlagzeilen sorgte, als Robert F. Kennedy dort mit einer Gruppe von japanischen Arbeiterführern zu einem Treffen einkehrte.

Izakaya - die Entwicklung zum internationalen Trendlokal

Die kleinen Sakekneipen mit japanischer Küche entwickelten sich schnell zu einem Gastronomie-Trend und es entstanden verschiedene Varianten. Dazu zählen Cosplay Izakayas, die seit Anfang 2000 immer populärer wurden und in Akihabara/Tokyo ihren Ursprung ahben. Cosplay Izakayas stellen japanische Themenpubs dar, in denen sich das Personal in Kostüme kleidet und zuweilen auch mit künstlerischen Shows aufwartet. Auch Odenya Izakayas sind ein Trend, die als Straßenstände mit Sitzgelegenheiten organisiert sind und ausschließlich das japanische Oden Gericht zu Reiswein oder Bier servieren. In Robatayaki Lokalen sitzen die Gäste wie an einer Bar um den Grill herum, auf dem die Köche frische Meeresfrüchte, Fisch und Gemüse zubereiten. Seit den 1980er Jahren haben sich auch Gastronomieketten, wie Tsubohachi, Watami, Shirokiya oder Murasaki für die Izakayas in Japan herausgebildet, die mehr Platz und ein umfangreiches Menü bieten.

Heute sind Izakayas weltweit zu eher noblen und zwanglosen Lokalen oder Restaurants avanciert. Neben einer umfangreichen Speisekarte mit japanischen kulinarischen Köstlichkeiten werden außer Reiswein und Bier auch Cocktails und Weine angeboten. Izakayas erfreuen sich mittlerweile einer internationalen Beliebtheit. Berühmte Lokale in New York City sind z. B. das "Yopparai", das "Sakagura" oder das "Aburiya Kinnosuke". Auch in Londons Zentrum etablierten sich zahlreiche moderne und authentische Izakayas, wie das "Kurobuta London", das "Benihana", das "Bonbori Sushi Izakaya" oder das "Kiri". In deutschen Landen präsentiert zum Beispiel das "Hashi Izakaya & Japanese Kitchen" in Berlin kulinarische Izakaya-Snacks, Sushi, Miso Suppen und die japanische Trinkkultur.

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team