In Tomato we trust – Interview mit Don Pasta worldsoffood.de

In Tomato we trust – Interview mit Don Pasta

Don Pasta ist Prediger des Soulfood und ein angenehmer Zeitgenosse. Höchste Zeit, dass man ihn in Deutschland kennenlernt. So fordert er unter anderem, heimische Tomaten zu kaufen – keine holländischen, „die schmecken eh nach nichts. Vergesst also den Supermarkt und geht zum Markt, Leute.“ Lest das Interview mit einem der verrücktesten Showköche überhaupt.

mehlSalute. Wir prosten uns mit einem Glas Weißwein zu. Dieser Don Pasta, im normalen Leben heißt er Daniele de Michele, ist ein cooler Kerl, denke ich mir, als wir so beisammen sitzen. Er hat ein Dauergrinsen im Gesicht, noch dazu ein sehr breites. Diese Lebensfreude steckt an. Probleme werden von ihm allem Anschein nach mit Olivenöl gelöst. Einfach ein Schuss mehr an alles und dann wird alles gut. Von seiner Kochshow zuvor trägt er die Spuren noch am Körper und am Hemd: Überall Mehl, das er für den frischen Nudelteig benutzt hat. In dieser Show hatte der aus Apulien stammende Koch-Poet die Gäste einer Veranstaltung in München mit Musik, Kochen und seinen Geschichten über das Essen unterhalten. Und gefüttert, konnte doch jeder der wollte die selbstgemachte Pasta direkt aus Dons Hand probieren. „In Tomato we trust“, ruft er dabei ins Publikum.

fuetternworlds of food: Daniele de Michele, Don Pasta, was ist deine Mission?
Don Pasta: Ich versuche den Menschen zu erklären, dass gesundes Essen sehr wichtig für uns alle ist. Ich versuche das mit einer etwas abgefahrenen Art den Leuten näher zu bringen, indem ich eine Party mit Ihnen feiere.

worlds of food: Du bietest eine Menge Spaß, während du auf der Bühne kochst. Wie wichtig ist die Musik dabei?
Don Pasta: Sehr wichtig. Musik ist doch auch immer zu Hause dabei, beim Kochen, wenn du Freunde zu Gast hast und in der Küche den Abend beginnst, gemeinsam kochst. Die Musik hilft, Probleme eine Zeit lang zu vergessen. Und genauso ist es beim Kochen. Vergisst man da nicht auch alles um sich herum? Deshalb passen die Musik und das Kochen so gut zueinander.

worlds of food: Jeder kann essen, aber nicht jeder isst gut! Was sind deine Grundprinzipien, um gut zu essen?
schneidenDon Pasta: Gut zu essen ist doch ganz einfach. Grundsätzlich ist es so, dass man gesünder lebt, wenn man sich gut ernährt und sich seine Mahlzeiten selbst und in Ruhe kocht. Und dazu braucht man gar nicht so viel Zeit, wie viele vielleicht meinen. Man sollte gesunde Produkte auf dem Markt kaufen, diese frisch zubereiten. Man muss sich nur bewusst machen, wie wichtig die Ernährung ist. Vor allem dann, wenn man Verantwortung für eine Familie trägt. Dafür lohnt es sich doch, sich Gedanken über seine Ernährung zu machen, ein wenig Zeit und etwas mehr Geld in die Produkte zu investieren.


worlds of food: Du stammst aus Apulien. Gibt es in Italien Problem mit zu viel Fast Food?

Don Pasta: Einen Moment... (Don Pasta rennt kurz zum DJ-Pult, um eine neue Scheibe aufzulegen, da sich die aktuelle dem Ende zuneigt)… in Italien haben wir eine große Tradition was das Essen angeht. Speisen wie Pasta, Risotto, Polenta. Das ist alles leicht und mit wenigen Zutaten herzustellen, ganz schnell. Wir brauchen kein Fast Food. Eine gute Pasta kann man in 10 Minuten selbst machen. So gesehen ist das ja auch Fast Food, aber gutes Fast Food.

worlds of food: Wie bist du Don Pasta geworden? Hast Du Koch gelernt?
bandDon Pasta: Nein, ich bin kein professioneller Koch, war immer DJ. Irgendwann habe ich begonnen, über das Essen zu schreiben, im Speziellen über das Essen meiner Oma. Ihre Rezepte habe ich dann mit anderen Zutaten und Zubereitungen gemixt, sozusagen geremixed, um in der DJ-Sprache zu bleiben.

worlds of food: Aber du kochst gut. Hast du das von deiner Großmutter gelernt?
Don Pasta: Zunächst ja. Jetzt koche ich, um an sie zu erinnern.

worlds of food: Dein Auftritt umfasst mehr, als nur den DJ zu geben. Wie siehst du dich selbst, als Pop-Poeten der kocht?
Don Pasta: Wie gesagt, ich bin DJ. Ein schräger vielleicht, weil ich das mit einer Kochshow verbinde. Und vielleicht bin ich auch ein Autor, weil ich Texte und ein Buch dazu geschrieben habe. Ich mag es einfach, Party zu machen, Spaß zu haben. Für eine gute Party braucht man nicht viel trinken oder so. Freunde, eine gute Geschichte zum Erzählen, Essen und Musik. Ich glaube, das genügt.

worlds of food: Braucht man für eine gute Party viel Mehl auf dem T-Shirt?
Don Pasta: Ja, sicher. Immer wenn ich koche sehe ich so aus. Du hast ja gesehen, wie es jetzt um den Herd herum aussieht. Das sind die Spuren meiner Arbeit.

worlds of food: Mit deiner Arbeit bist du auch auf Tour, heute hier in München, dann geht es nach Italien, schließlich nach Paris. Du bist ein gefragter Mann…
parmesanDon Pasta: Ich habe damit irgendwann mal angefangen. Das ist die verrückte Geschichte meines Lebens, typisch für mich. Plötzlich fragte ich mich dann: Jesus, was mache ich hier eigentlich? Aber ich habe gemerkt, wie wichtig das für mich ist, genau wie über gesunde Ernährung zu sprechen. Das ist eben meine Arbeit und die Leute sagen mir, dass es ihnen gefällt. Es ist ja auch spannend, immer neue Seiten des Lebens kennenzulernen. Und das passiert, wenn man viel unterwegs ist.

worlds of food: Don Pasta, viel Erfolg und weiterhin so viel gute Laune!

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Hier noch einige Impressionen von Don Pasta im Video

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team