5 Points – Über 20 Rebsorten, ein Wein thinkstockphotos.de

5 Points – Über 20 Rebsorten, ein Wein

Das Weingut Zahel aus Wien hat mit dem 5points wohl den einzigen Wein auf den Markt gebracht, der 20 Rebsorten in sich vereint. Die Resonanz war nicht ausschließlich positiv. Vor allem der Preis ließ viele Weinliebhaber sauer aufstoßen.

Die Idee hinter dem Wein ist einfach: „Aus den fünf besten Terrains in Wien, in denen gemischter Satz angebaut wird, werden die Trauben zu einem Wein zusammengeführt“, erklärt Alexander Zahel, der sich mitverantwortlich für den 5 Points zeichnet. Aus Bisamberg, Nußberg, Sievering, Mauer und Oberlaa werden die zirka 20 verschiedenen Traubensorten zusammen gelesen, zusammengetragen, gemeinsam vergoren und ausgebaut – 50 Prozent im Stahltank, die andere Hälfte in acht Jahre gebrauchten, französischen Holzfässern. Je nach Jahr wird der Wein Ende Oktober bis Mitte November gelesen. Immer dann, wenn die spätestreife Traube gerade reif und die frühestreife Traube noch nicht verfault ist.

Insgesamt werden diese 20 verschiedene Rebsorten verarbeitet: Grüner Veltliner, Riesling, Brauner Veltliner, Frühroter Veltliner, Roter Veltliner, Gelber Traminer, Roter Traminer, Gewürztraminer, Gelber Muskateller, Sauvignon Blanc, Sauvignon Gris Orange Traube, Welschriesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger, Zierfandler, Rotgipgler, Rosenmuskateller, Muskat Ottonell, Sylvaner.

Doch nicht nur Rebsorten sind vielfältig, auch die Böden auf denen die Trauben angepflanzt werden. Sie reichen von Löss, Muschelkalkverwitterungsböden, Flyschsandstein, quatärer Eiszeitschotte bis zu Dolomitkalkstein im Süden von Wien. Dadurch erhält man eine vielschichtige Aromastruktur unterschiedlicher Rebsorten verschiedener Reifestufen. Der Wein wurde kürzlich vom Falstaff-Magazin als bester Gemischter Satz Österreichs ausgezeichnet.

Doch rechtfertigt all das einen Preis von 150 Euro pro Falsche? Zumal, wenn dieser Preis schon beim ersten Jahrgang aufgerufen wird?

5points artikel150 Euro pro Falsche – gerechtfertigt?


Als das Weingut Zahel mit dem 5 Points an den Markt ging, wurde von Beginn an der Flaschenpreis auf 150 Euro festgesetzt. Die Folge: Ein Shitstorm wurde losgetreten. Was rechtfertigt diesen Preis für einen unbekannten Wein? Zahel kontert: „Welcher Wein ist von den Herstellungskosten her betrachtet überhaupt 150 Euro wert?“, und führt weiter aus: „Normalerweise liegen auch für die besten Weine die Fixkosten bei 30 Euro, eher 20 bis 25. Der Preis reguliert sich folglich über Angebot und Nachfrage sowie die Marke und die Einzigartigkeit des Weines.“ Dass bereits beim ersten Jahrgang ein solch hoher Preis aufgerufen wurde, war dem Winzer zufolge eine reine Marketingaktion. „Ich wollte Aufmerksamkeit erregen und habe mir gedacht, wenn ich schon diese Idee umsetze, dann nehme ich auch einen Preis, der etwas verrückt ist. Und dann schauen wir was passiert.“, erläutert Zahel seine Beweggründe. Man wollte im Gespräch bleiben und das ist gelungen – positiv wie negativ. Und trotz des Shitstorms hat es dem Weingut nicht geschadet, betrachtet man die nackten Zahlen bezüglich des 5 Points: „Wir haben alles verkauft, sind ausverkauft.“, sagt der Winzer.

Fakten zum 5 Points:


Alkohol: 13,5 % vol
Zucker: 11,5 g/l halbtrocken
Säure: 8,2 g/l
Ausbau: 50 % im Stahltank und 50% im 8 Jahre gebrauchten französischen Holzfass

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team