India Pale Ale – Braumeister Dr. Rauschmann erklärt BraufactuM

India Pale Ale – Braumeister Dr. Rauschmann erklärt

India Pale Ale (IPA) ist quasi der Inbegriff für Craft Beer. Die Geschichte hinter dieser außergewöhnlichen Bier-Sorte erklärt Dr. Marc Rauschmann, Craft Beer-Braumeister bei BraufactuM und selbst bekennender IPA-Fan – unter anderem.

„Um seine indischen Kronkolonien, vor allem die dort stationierten Kolonialherren und -truppen, im 19. Jahrhundert bei Laune zu halten, versorgte Großbritannien diese Gebiete damals auch mit Bier. Das größte Problem an der Sache war die lange Lieferzeit, über mehrere Monate auf dem Seeweg nach Indien. Natürlich waren damals die hygienischen Bedingungen alles andere als gut und das Bier kam in keinem unbedingt genießbaren Zustand dort an. Um die langen Seefahrten zu überstehen, wurde das Bier, ein Pale Ale, mit hoher Stammwürze gebraut und eine große Menge Hopfen zusätzlich direkt in das Holztransportfass gegeben. Dieser machte es haltbar und verlieh ihm zusätzlich eine starke Hopfennote

India Pale Ale – Neue Biersorte dank langer Seereise

Man begann also, stärkeres Bier zu brauen, das auch mehr Alkohol enthielt (ca. 7-8 Prozent), um es zum einen widerstandsfähiger gegen Mikroorganismen zu machen. Zum anderen hat man hier begonnen, einen Teil des Hopfens direkt zum Bier in die Holzlagerfässer zu geben. Auch wenn  in anderen Stilen (wie z.B. dem Kölsch) hopfengestopft wurde, wird dies als Geburtsstunde des Hopfenstopfens, also die Zugabe von Hopfen nach der Hauptgärung gesehen. Zudem wirkt der Hopfen – mit ein Grund, dass sich der Hopfen bei der Bierherstellung überhaupt gegen andere Kräuter durchgesetzt hat – antimikrobiell.

indian pale ale flascheBier für die Kolonien

Nach der Schiffsreise in Indien angekommen, wurde das Bier dann mit Wasser verdünnt. Durch das stärkere Einbrauen musste auch weniger Wasser transportiert werden. Heute verdünnt man das IPA natürlich nicht mehr und genießt die intensiven Hopfenaromen, die durch die Kalthopfung im Bier verbleiben. Die Kunst ist, heute ein gut ausbalanciertes Bier zu brauen, welches zwar intensiv aber nicht aufdringlich bitter ist. Die Kühlkette hilft die sensiblen Hopfenaromen und die harmonische Bitter zu erhalten.

Wie beim Wein lassen sich hier die  Aromen der unterschiedlichen Hopfensorten ausspielen, eigenständig oder in Kombination verschiedener Sorten. Ein unendlicher Fundus für den Craft Beer Brauer."

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Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team