Wiener Gemischter Satz - Wein aus Wien thinkstockphotos.com

Wiener Gemischter Satz - Wein aus Wien

Wein in der Stadt anzubauen, ist zwar nicht exklusiv für Wien, der Wein allerdings, der in der österreichischen Hauptstadt gekeltert wird, schon. Der Wiener Gemischte Satz hat eine lange Tradition, ist eine regionale Spezialität und einzigartig in seiner Zusammensetzung.

Wein ist wohl nicht der erste Gedanke, der einem in den Kopf schießt, wenn man an Wien denkt. Da kommt man eher auf den Stephansdom, Fiaker, Hofburg oder Wiener Schmäh. Konzentriert man sich auf die kulinarischen Besonderheiten der österreichischen Hauptstadt, fallen einem Sachertorte, Wiener Melange oder Cafehaus ein.

Wer dennoch bei Wien direkt an Wein denkt, ist wahrscheinlich aus der Region, Weinliebhaber oder sollte unter Umständen seinen Konsum alkoholischer Genussmittel hinterfragen. Doch dieses Hintenanstellen des Wiener Weins geschieht völlig zu Unrecht. Mit dem Wiener Gemischten Satz bieten die Wiener einen Wein auf der schmeckt und vor allem durch seine Zusammenstellung herausragt.

Wiener Gemischter Satz – die Herstellung

Der Weißwein Wiener Gemischter Satz wird aus den Trauben verschiedener Rebsorten gewonnen. Die Besonderheit und damit der große Unterschied zum Cuvee besteht allerdings darin, dass die Reben gemeinsam in einem Weingarten angebaut, gemeinsam gelesen und schließlich gemeinsam zu Traubenmost vergoren und gekeltert werden. Durch diese Vorgehensweise haben die Trauben bei der Lese einen unterschiedlichen Reifegrad und sorgen so für eine große Aromavielfalt des Weins.

Damit ein Wein als Gemischter Satz gilt, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden:
-    Es müssen mindestens drei verschiedene Rebsorten enthalten sein
-    Der größte Sortenanteil darf maximal 50 Prozent betragen
-    Der drittgrößte Sortenanteil muss bei mindestens zehn Prozent liegen.

Als Rebsorten kommen traditionell die „Wiener“ Rebsorten zum Einsatz: Grüner Veltliner, Riesling, Welschriesling, Grauburgunder und Weißburgunder. Die Anzahl der verwendeten Sorten kann allerdings stark variieren. Das Weingut Zahel bietet beispielsweise mit dem 5 Points einen Wiener Gemischten Satz an, bei dem über 20 verschiedene Rebsorten verarbeitet werden.

Um das Aroma der Trauben nicht zu verfälschen, wird der Wiener Gemischte Satz im Edelstahltank ausgebaut. Je nach verwendeten Rebsorten, variieren die entstehenden Weine in Bukett, Farbton und Aroma.

Geschichte des Wiener Gemischten Satzes

Ursprünglich entstand der Wiener Gemischte Satz aus rein praktischen Gründen. In einer Zeit, zu der noch keine modernen Hilfsmittel – Technik, Pestizide oder resistente Züchtungen – zum Einsatz kamen, waren die Rebsorten anfälliger für Umwelteinflüsse. Zudem bietet der Weinstandort Wien eine relativ kleine Anbaufläche. Mit der Kombination und gemeinsamen Verarbeitung der verschiedenen Rebsorten wollten die Winzer einen Ertragsausfall so gering wie möglich halten und zudem eine gleichbleibende Weinqualität bieten. Schädlinge und Wetterkapriolen sollten so weniger Einfluss auf die Ernte haben.

Als nach dem zweiten Weltkrieg der österreichische Wein einen Aufschwung erfährt, konzentrieren sich die Winzer fast ausschließlich auf Monokulturen. Der Wiener Gemischte Satz fristet ein Schattendasein und überlebt eigentlich nur als Schankwein bei den Heurigen. Erst seit eine Generation junger Winzer die alte Tradition wieder aufgriffen und die Qualität des Gemischten Satzes steigerten, wird Selbigem wieder neues Leben eingehaucht. 2006 schlossen sich die vier Wiener Winzer Rainer Christ (Wien-Jedlersdorf), Michael Edlmoser (Wien-Mauer), Fritz Wieninger (Wien-Stammersdorf) und Richard Zahel (Wien-Mauer) zur Gruppe WienWein zusammen. Es wurden die Rahmenbedingungen für den Wiener Gemischten Satz (gesetzlich) festgelegt und der Wein aus der Österreichischen Hauptstadt erlebt seit dem einen enormen Aufschwung. Hält dieser an, denken bald vielleicht doch mehr Leute direkt an Wein, wenn es um Wien geht.

Weindaten (Beispielhaft am Wiener Gemischten Satz, Stift Klosterneuburg, Jahrgang 2012)

Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, Welschriesling, Weissburgunder
Alkohol: 12% Vol
Restzucker: 4,5 g/l
Säure: 6,5 g/l

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team