Bessere Ausdauer durch Rote Beete istockphoto.com/ziprashantzi

Bessere Ausdauer durch Rote Beete

Rote Beete mag geschmacklich nicht jedermanns Sache sein. Ausdauersportler sollten sich vielleicht dennoch dazu überwinden, regelmäßig die Rübe bzw. deren Saft zu verzehren. Denn laut einer Studie der Universität Exeter steigert täglich ein halber Liter Rote Beete-Saft am Tag die Ausdauerfähigkeit um bis zu 16 Prozent.

Acht Männer im Alter von 19 bis 38 Jahren nahmen an der Studie teil. Jeder von ihnen trank an sechs aufeinander folgenden Tage jeweils einen halben Liter Rote Beete-Saft. An den letzten drei Tagen des Experiments absolvierten sie dann Belastungstests mit minütlich steigenden Widerständen auf dem Fahrradergometer. In einer zweiten Studienphase wiederholte sich das Prozedere – mit dem kleinen Unterschied, dass die Männer dieses Mal Johannisbeer- statt Rote Beete-Saft tranken.

Rote Beete-Saft verbessert Sauerstoffverwertung in Mitrochondrien

Die Auswertung ergab, dass die Männer nach dem Verzehr des Rote Beete-Saftes im Schnitt 11:15 Minuten durchhielten, bei der Gegenprobe mit Johannisbeersaft waren es 9:43 Minuten. Dies entspricht den oben bereits erwähnten 16 Prozent.

Die Forscher haben noch keinen Beweis gefunden, warum die Differenz so groß ist. Sie vermuten jedoch, dass die im Rote Beete-Saft enthaltenen Nitrate für die verbesserte Ausdauerleistung verantwortlich sind. Diese Salze der Salpetersäure werden im Körper in Nitrite umgewandelt. Studienleiter Andrew Jones vermutet, dass die Nitrite die Sauerstoffverwertung in den Mitochondrien – vereinfacht ausgedrückt: den „Kraftwerken” der Zellen, die diesen das energiereiche ATP zur Verfügung stellen – verbessern.

Durch Fakten belegt ist jedoch, dass die Teilnehmer nach dem Trinken des Rote Beete-Saftes für die gleiche Leistung 19 Prozent weniger Sauerstoff benötigten. Weiterhin war der systolische Wert (der maximale Bluthochdruck) um rund 6 Prozent niedriger als nach dem Verzehr des Johannisbeersaftes.

Nicht alles Gold, was glänzt – Gefahren hoch dosierter Rote Beete-Zufuhr

Bevor Sie Ihren Rote Beete-Konsum in bislang unerreichte Dimensionen hochschrauben, sei jedoch auch auf die Nebenwirkungen einer hoch dosierten Rote Beete-Zufuhr hingewiesen: So sind Nitrite an der Bildung krebsfördernder Stoffe (etwa Nitrosamine) beteiligt. Darüber hinaus enthält Rote Beete relativ viel Oxalsäure; und die kann zur Bildung von Nierensteinen führen.

Davon einmal abgesehen, wäre es wohl auch unrealistisch zu glauben, dass Rote Beete bei jedem Sportler eine 16-prozentige Steigerung der Ausdauerfähigkeit bewirkt. Ex-Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie müsste demnach nämlich in der Lage sein, seine bisherige Bestzeit von 2:03:59 Stunden auf rund 1:44 Stunden zu steigern. Der Effekt bei einem Top-Athleten dürfte minimal sein – sofern er Rote Beete mag und die Risiken in Kauf nimmt. Auf der Dopingliste steht Rote Beete zumindest noch nicht…

(Quelle: Journal of Applied Physiology)

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team