Stevia - Süße ohne Reue? istockphoto.com/dirkr

Stevia - Süße ohne Reue?

Essen könnte ein noch größerer Genuss sein, wenn die lästigen Kalorien nicht wären. Wen wundert es da, dass die Nahrungsmittelindustrie immer neue, kalorienreduzierte Produkte auf den Markt bringt. Doch sind Stevia, Aspartam oder Saccharin tatsächlich gesünder als Zucker?

Leider haben die leckersten Speisen meist auch die meisten Kalorien. Als Dickmacher sind vor allem Süßigkeiten und Nachspeisen verschrien. Schuld am Gewichtsproblem in den Industrienationen ist vor allem der übermäßige Zuckerkonsum. In Kombination mit schlechten Fetten und einem allgemeinen Bewegungsmangel, entsteht bei vielen Büromenschen mit den Jahren Adipositas.

Da ist es eigentlich ganz schön unfair von der Natur, dass die leckeren, süßen Sachen uns dick machen. Deshalb entwickelt die Nahrungsmittelindustrie ja auch immer neue Produkte, die gut schmecken und gleichzeitig auch gut für unsere Gesundheit seien sollen. Einer dieser Trends ist Stevia – ein natürlicher Süßstoff, der 30 Mal süßer als Zucker ist und dabei keine Kalorien enthält.

Stevia ist seit 2011 in der EU zugelassen

Dieser wird aus der Stevia-Pflanze gewonnen und als Konzentrat zum kalorienfreien süßen von Lebensmitteln genutzt. Stevia ist seit Dezember 2011 in der gesamten Europäischen Union zugelassen. Im Gegensatz zu künstlichen Süßstoffen wie Aspartam oder Saccharin hat Stevia einen entscheidenden Vorteil: Natürliches Süßungsmittel klingt besser in der Vermarktung.

Die Frage ist dennoch erlaubt, ob Stevia tatsächlich gesünder ist als Zucker oder chemische Süßstoffe? Und fraglich ist auch, was das verwendete Konzentrat noch mit der ursprünglichen Pflanze gemein hat, denn schließlich ist Stevia zwar bis zu 300 Mal süßer als Zucker, hat aber auch einen unangenehmen, bitteren Nachgeschmack.

Die Nahrungsmittelindustrie arbeitet deshalb mit Hochdruck daran, den Nachgeschmack zu eliminieren, damit sich die Süße der Pflanze vielseitiger nutzen lässt. Bisher haben aber nur wenige Hersteller eine befriedigende Lösung für das Problem gefunden.

Weil es bisher keine Erkenntnisse für eine akute Gesundheitsgefahr durch Stevia gibt, hat die EU den Einsatz des Süßungsmittels zugelassen. Allerdings wurden auch direkt Grenzwerte erlassen, da man eine eventuelle Gefährdung nicht ausschließen könne. Langzeitergebnisse gibt es nämlich noch keine.

Es fehlen Langzeitstudien

Ob Stevia eine ähnliche Wirkung hat, wie künstliche Süßstoffe, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Obwohl die Einnahme von Aspartam und Co. keinen direkten Einfluss auf den Insulinspiegel hat, konnte in Versuchen eine appetitanregende Wirkung von Süßstoffen beobachtet werden. Aus diesem Grund werden Süßstoffe ja auch seit Jahren erfolgreich in der Schweinemast eingesetzt.

Wem die eigene Gesundheit lieb ist, der sollte sich ernsthaft fragen, ob die Natur es für uns vorgesehen hat, dass wir Süße ohne Reue genießen sollen. Mit dem Geschmack natürlicher, unbehandelter Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch und Getreide sind auch bestimmte Inhaltsstoffe verbunden, die der Körper zum Funktionieren braucht.

Mit einem gesunden Körper geht in der Regel auch ein natürliches Verlangen nach bestimmten Produkten einher. Unser Körper weiß, was ihm gut tut. Deshalb signalisiert er uns auch, auf was er gerade Appetit hat. Durch den wiederholten Verzehr, künstlich verarbeiteter Lebensmittel geht dieses natürliche Gefühl verloren.

Auf die Natur hören

Stattdessen gewöhnen wir unseren Körper an künstliche Aromen und Stoffe und verlieren das Gespür dafür, was der Körper wirklich braucht. Und das sind weder kalorienfreie Eiscreme, noch eckige Fische in Panade oder Schokolade ohne Zucker.

Wer gesundheitsbewusst Leben und dabei schlank bleiben will, kommt um eine ausgewogene, disziplinierte Ernährung und ein ausreichendes Maß an Bewegung nicht herum. Künstliche oder kalorienfreie Süßstoffe sind dafür jedenfalls nicht notwendig. Im Gegenteil, Studien sprechen sogar dafür, dass sich der Körper nicht austricksen lässt und sich die Kalorien holt, die im durch den Geschmack vorgegaukelt werden.

Dieser Beitrag stammt von und dem worldsoffood-Team